Für einen Gedenkort in Burghausen

Veröffentlicht am 29.03.2024 in Allgemein

Zu Gast bei Radio LORA, München: Max Brym (li.), Kati Wimmer (Mitte) und Christoph Krumpholz (re.)

 

Gedenken an Antifaschist_innen in Burghausen

Radio LORA, München greift das Thema auf und lud zu einer Live-Sendung ein

 

Mitschnitt der Live-Sendung vom 28.03.2024 zum Kampf um ein würdevolles Gedenken an die Antifaschist_innen in Burghausen. Moderiert von Tabea Poczka, zu Gast Max Brym (Autor des Buches Arbeiterwiderstand in Südbayern), Kati Wimmer (Urenkelin des Widerstandskämpfers und langjährigen KZ-Häftlings Alois Haxpointner) und Christoph Krumpholz von der Seliger-Gemeinde Bayern.

 

Über konkrete Geschichten des Widerstands in der NS-Zeit ist kaum etwas bekannt. Dabei gab es sehr wohl kommunistische und sozialdemokratische Gruppierungen in Südbayern, die sich dem Terror zu widersetzen suchten. Seit knapp zwei Jahren führt die Initiative für ein würdevolles Gedenken an die Antifaschist_innen aus Burghausen deshalb Veranstaltungen, Demonstrationen und Infostände durch. Deshalb griff Radio LORA auch dieses Thema auf.

 

In der Sendung berichtete Max Brym, Buchautor und Geschichtsdozent, über seine drei Bücher und deren Inhalt zum antifaschistischen Widerstand sowie die bisherigen Diskussionen in Burghausen. Kati Wimmer, die Urenkelin des Burghauser Widerstandskämpfers Alois Haxpointner stellte ihren Urgroßvater und seine Geschichte, aber auch ihre eigene Motivation zur Recherche der Familiengeschichte vor und brach eine Lanze für ein würdiges Gedenken, nicht nur für ihren Urgroßvater.

 

Christoph Krumpholz nutzte die Sendung, die weitgehend unbekannte Seliger-Gemeinde und ihre Gedenkarbeit den Hörer_innen vorzustellen: „Die Seliger-Gemeinde steht in der Tradition des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus. Sie ehrt das Andenken all derer, die für die Freiheit gekämpft haben. Schwerpunkt unserer Tätigkeit heute sind die Erforschung und Pflege der Geschichte der Arbeiterbewegung in der 1. Tschechoslowakischen Republik, die Verbesserung der deutsch-tschechischen Beziehungen und die antifaschistische Arbeit. Er verwies im Verlauf des Gesprächs auf die Hilfe der sudetendeutschen Sozialdemokraten für die geflüchteten Sozialdemokraten und Kommunisten aus dem Reich und Österreich in den Jahren 1933/34 und brachte immer wieder Beispiele des Gedenkens in der Tschechischen Republik ein. Mehrere Gedenktafeln wurden nach dem Fall des Eisernen Vorhangs auf Initiative der Seliger-Gemeinde an geschichtsträchtigen Orten angebracht. Ein besonderes Augenmerk warf er dabei auf den Brünner Versöhnungsmarsch, der wie keine zweite Veranstaltung in der Tschechischen Republik das Gedenken an die Schrecken der Vertreibung, aber auch die Wege der Versöhnung betreibt. Wichtig seien bei all den Gedenken und Erinnerungen „Geschichten aus dem Leben, die Geschichte interessant machen“, so Krumpholz.

 

Max Brym und Christoph Krumpholz erinnerten an die gemeinsamen Wurzeln der Arbeiterbewegung und das lange gelebte Miteinander „von der Wiege bis zur Bahre“. Auch die Differenzen zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten ließen sie nicht aus. Dabei waren sie sich aber einig, ideologische Differenzen und parteipolitische Erwägungen einmal außer Acht zu lassen und dem Anliegen der Initiative für ein würdevolles Gedenken an die Antifaschisten aus Burghausen gemeinsam nachzukommen.

 

In seinem Schlusswort erklärte Krumpholz: „Jeder Name, der vergessen wird, ist ein kleiner Sieg für einen Adolf Hitler. Und ich denke, wir alle gönnen ihm keinen Sieg mehr. Nicht auch nur den allerkleinsten ….“

 
 

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