Studienfahrt 2026

Veröffentlicht am 03.09.2026 in Allgemein

1925 – Johannisbad im Mittelpunkt der Skiwelt

Ein besonderer Höhepunkt unseres Aufenthalts in Johannisbad war der Besuch der Ausstellung zum hundertjährigen Jubiläum der großen internationalen Skiwettkämpfe von 1925. Die Ausstellung macht eindrucksvoll sichtbar, wie tief der Wintersport bereits in der Zwischenkriegszeit mit dem Ort verbunden war.

Mit großer Sachkenntnis führte uns Klára Stejskalová durch die Ausstellung und erläuterte nicht nur die sportlichen Ereignisse von 1925, sondern auch die Entwicklung Johannisbads zu einem modernen Wintersportzentrum.

Die Schau beeindruckte durch ihre Vielfalt. Historische Skier, Schneeschuhe und andere originale Wintersportgeräte standen neben großformatigen Bildtafeln, Karten und Fotografien. Modelle zeigten die damaligen Sportstätten und machten nachvollziehbar, wie sich Wettkampfanlagen, Kurort und Infrastruktur miteinander verbanden. Eigene Tafeln widmeten sich den Teilnehmern von 1925, der Entwicklung des Skisports im Riesengebirge und der späteren Seilbahn auf den Schwarzenberg.

Besonders eindrucksvoll war ein Originalfilm aus dem Jahr 1925. Die bewegten Bilder ließen die damaligen Wettkämpfe, die Sportler und die Zuschauer für einige Minuten unmittelbar lebendig werden. Aus einem historischen Jubiläum wurde so beinahe eine Zeitreise in die Welt des Wintersports der Ersten Tschechoslowakischen Republik.

Die Ausstellung zeigte zugleich, dass 1925 weit mehr als ein einzelnes Sportereignis war. Mit den Wettkämpfen bewies Johannisbad, dass der kleine Kurort internationale Großveranstaltungen organisieren konnte. Sportstätten, Unterkünfte, Verkehrswege und organisatorische Erfahrung bildeten eine Grundlage, auf die man später zurückgreifen konnte.

Auch Emmerich Rath begegnete uns in der Ausstellung. Der deutschböhmische Allroundsportler und Wintersportpionier ist auch in der Seliger-Gemeinde kein Unbekannter. Vielen ist vor allem seine Rolle bei der dramatischen Suche nach Bohumil Hanč im Riesengebirge 1913 bekannt. Rath steht damit exemplarisch für jene deutschböhmische Wintersporttradition, die lange vor 1925 entstanden war und zur internationalen Bedeutung des Riesengebirges beitrug.

Für uns war gerade dieser Blick in die Zwischenkriegszeit wichtig. Denn zwölf Jahre später sollte Johannisbad erneut zum Schauplatz eines internationalen Wintersportereignisses werden – diesmal unter völlig anderen politischen Vorzeichen.

1925 zeigte, was sportlich und organisatorisch möglich war. 1937 nutzte die Arbeiterbewegung diese Voraussetzungen für ein internationales Fest des Arbeitersports und der Demokratie.

Damit wurde die Ausstellung für uns zu weit mehr als einem Rückblick auf hundert Jahre Skigeschichte. Sie bildete die historische Brücke zu jenem Ereignis, das für unsere Studienfahrt von besonderer Bedeutung war: der Arbeiter-Winterolympiade von 1937.

 
 

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