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Helena Päßler war tief beeindruckt von der „Hölle Westdeutschlands“. Ganz besonders von der früheren Zelle, die noch an den Echtzustand in Teilen erinnert.
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Böhmen liegt nicht am Meer – aber in Dortmund II
Ausstellung der Seliger-Gemeinde gastiert im Foyer der Auslandsgesellschaft und in der „Gedenkstätte Steinwache“
Am 26.11.2024 besuchte Helena Päßler mit Erika & Wolfgang Frahne auch den Ausstellungsteil in der „Steinwache“. Direkt vor den ehemaligen Zellen im Gang im Keller, der ein Zellentrakt war, stehen die Ausstellungstafeln zu den Sozialdemokraten der DSAP. Einige waren im KZ Dachau, andere in verschiedenen Gefängnissen, wählten den Suizid in ihrer Bedrängnis; andere waren unter ständiger Beobachtung und Meldekontrolle durch die Gestapo.
Wie überall im Deutschen Reich nutzte die neugegründete Gestapo die Einrichtungen der „normalen“ Polizei und so wurde die „Steinwache“ bald nicht nur zum Gefängnis für die von der Gestapo verfolgte politische Opposition der Nationalsozialisten, sondern auch Ort brutaler Verhöre und Folterungen. Schnell als „Hölle von Westdeutschland“ bekannt, waren es in den ersten Jahren nach 1933 in erster Linie Angehörige der in Dortmund traditionell starken kommunistischen und sozialdemokratischen Milieus, die durch die Gestapo hier in „Schutzhaft“ genommen wurden. Das häufig sehr stark überbelegte Gefängnis war darüber hinaus für viele Insassen nur Durchgangsstation auf dem Weg in ein Konzentrationslager. In der Steinwache sind während der Woche ständig Schulklassen mit Führung unterwegs und haben die Gelegenheit die Ausstellung zu sehen.
Nach dem derzeitigen Wissensstand war kein DSAP-Mitglied im Nationalsozialismus in der Steinwache inhaftiert, auch nicht für kurze Zeit „zum Schub“ in ein anderes Gefängnis oder ein KZ.
Am Donnerstag, den 5. Dezember, 19.00 Uhr hält Erika Kalkofen-Frahne in der Steinwache einen Vortrag zu den in der Ausstellung gezeigten Personen.