
Die Seliger-Gemeinde trauert um Leo Zahel, Überlebender des Brünner Todesmarsches und Ehrenvorsitzender der Seliger-Gemeinde Österreich, der mit 93 Jahren in Wien verstorben ist.
Wir danken Leo Zahel für seinen Einsatz für die Sozialdemokratie und die Seliger-Gemeinde.
Geprägt vom Brünner Todesmarsch, den der 14jährige Leo zusammen mit seiner Mutter überlebte, engagierte er sich ab 1949 in der Sozialistischen Jugend und trat 1951 der SPÖ bei. Für die Seliger-Gemeinde Österreich, deren Vorsitzender er 1999 bis 2019 war, nahm er am ersten Gedenkmarsch 2015 in Brünn teil und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung.
Leo Zahel kam am 31. Mai 1931 in Troppau zur Welt, wo sein Vater Leo Zahel sen. Parteisekretär der DSAP war. 1937 zog die Familie nach Brünn, da das Sekretariat in Troppau geschlossen wurde. Dort war der Vater Dreher und Werkzeugschlosser in der Ersten Brünner Maschinenfabrik. Im Mai 1945 überlebten Leo Zahel jun. und seine Mutter den Brünner Todesmarsch und gelangten nach Österreich. Als 1956 eine österreichische Seliger-Gemeinde entstand, wurde der Senior Vorsitzender und der Junior Mitglied. 1953 bis 1989 arbeitete Zahel jun. in der Zentralsparkasse der Gemeinde Wien. Für die Seliger-Gemeinde nahm er am ersten Gedenkmarsch 2015 in Brünn teil. Seine Ausführungen darüber wurden in Zeitungsartikeln und Fernsehdokumentationen zitiert. Die Seliger-Gemeinde portraitiert in ihrer Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer“, die 24 Persönlichkeiten vorstellt, auch Zahel als prägende Gestalt der sudetendeutschen Sozialdemokratie.





