Studienfahrt 2025

Veröffentlicht am 02.09.2025 in Allgemein

Beim Stadtrundgang besichtigte die Gruppe unter anderem das Bergbau-Volkshaus, das heute Sitz einer Sparkasse ist. Die Mittagspause fand im Arbeiterhaus am Freiheitsplatz (Restaurace Hladinka, Náměstí Svobody) statt. Das Gebäude (s. oben) gehört heute noch der Bezirksorganisation der Sozialdemokratischen Partei (Socdem) in Kladno. Auch Libor Rouček hatte hier sein Abgeordnetenbüro.

 

Das rote Kladno

Am Freitagnachmittag startete die Teilnehmergruppe vom Bahnhof Praha-Dejvice in die ca. 25 km entfernte Industriestadt Kladno/Kladen, wo sie vom Referenten Dr. Filip Bláha erwartet wurde. Bláha ist seit 09/2024 Beauftragter der Stadt Kladno für die Stadtgeschichte und hat u. a. die Ausstellung Das Jahr 0. Kladno 1945–1946, die an die entscheidenden Momente des Endes des Zweiten Weltkriegs und des ersten Nachkriegsjahres in der Stadt erinnert, kuratiert. Die Ausstellung wurde von der Teilnehmergruppe zum Abschluss der Exkursion besucht.

Die Stadt Kladno blieb bis Anfang des 19. Jahrhunderts eher unbedeutend, erst die Entdeckung von Steinkohle in den 1820er Jahren machte sie zu einem industriellen Zentrum. 1850 wurde die Kohlengrube Lucerna eröffnet, 1889 das Stahlwerk Poldi-Hütte. Die Stadt wurde zu einem Zentrum der Industrialisierung in Böhmen und hatte auch eine sehr aktive Arbeiterbewegung. 1918–1920 fanden hier viele Streiks und Demonstrationen statt. Kladno war seit jeher eine Hochburg der Sozialdemokraten, später der Kommunisten.

Kladno ist aber auch der Geburtsort unseres Mitgliedes Libor Rouček (*1954). Sein Vater stammte aus einer Bergmannsfamilie und war Dreher im Stahlwerk Poldi. Seine Mutter arbeitete in der Betriebsverpflegung im Bergarbeiterheim. Er besuchte die erste Klasse in Družec bei Kladno, wurde Mitglied der Pioniere*. Rouček begleitete die Exkursion und brachte seine persönlichen Erinnerungen ein: „In Kladno arbeitete man entweder im Stahl- oder Bergwerk. In unserer Familie findet sich beides“. Sein Großvater sei Drucker und überzeugter Sozialdemokrat gewesen, der ihm seinen Weg in die Wiege gelegt habe. In der Zwischenkriegszeit arbeitete dieser in der Druckerei, die die Zeitung der Sozialdemokraten Právo lidu (Recht des Volkes) druckte, wusste Rouček zu erzählen. Nach dem Abitur arbeitete wiederum Libor am Flughafen Prag-Ruzyně und anschließend, aufgrund eines Aufschubs seines Wehrdienstes, bei der Kohlengrubenbaugesellschaft (VKD). Er wollte um keinen Preis zur Armee und emigrierte 1977 nach Österreich.

Das absolute Glanzlicht des Kladno-Besuches war aber das unverwechselbares Wahrzeichen der Stadt Kladno, die Rozdělover Türme aus den Jahren 1952-1958. Referent Filip Bláha entführte die Exkursionsteilnehmer mit einer Führung durch das Museum der Rozdělover Türme in eine bautechnische Sensation. Das Museum zeichnet die Geschichte der Wohnsiedlung Kladno-Rozdělov und der Turmhäuser detailliert nach, von den ersten Skizzen bis zur Fertigstellung. Es beschreibt die Bemühungen von Josef Havlíček und seinen Kollegen, jedes noch so kleine architektonische Detail zu bewahren. Und durch die Erinnerungen der ersten Bewohner der Siedlung fängt es auch ein wenig die Atmosphäre der 1950er und 1960er Jahre ein.

 

 

 
 

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