Studienfahrt 2025

Veröffentlicht am 03.09.2025 in Allgemein

Vor der Volkshalle der Bodenbacher DSAP

 

Auf Spurensuche in Bodenbach

Personen und Erinnerungsorte der Bodenbacher Sozialdemokratie

Bodenbach/Podmokly liegt am linken Ufer der Elbe gegenüber der Schwesterstadt Tetschen/Děčín an der Berührungsstelle zwischen den Ausläufern des Böhmischen Mittelgebirges im Süden und dem Elbsandsteingebirge im Norden. Mit einer Höhenlage von 135 m n.m. ist das heutige Děčín die am tiefsten gelegene Stadt Tschechiens.

Ab 1918 gehörten Teschen und Bodenbach zur neugegründeten Tschechoslowakei und waren bedeutende Industriestädte: Eisenbahn und Elbe als Verkehrswege boten ideale Voraussetzungen für die Ansiedlung von Betrieben. Allein die berühmte Steinschönauer Glasindustrie gab Hunderten von Glasschleifern, Graveuren oder Glasmalern ein gutes Auskommen. Zudem lockte das Elbsandsteingebirge mit seinen Naturschönheiten schon seit der Mitte des 19. Jahrhunderts zahlreiche Touristen in die Region.

Durch das Münchner Abkommen wurden beide Städte 1938 zusammen mit dem Sudetenland dem Deutschen Reich zugesprochen. 1939 hatte Bodenbach 20.000, Tetschen 12.000 Einwohner, der wirtschaftliche Schwerpunkt lag in den Bereichen Industrie und Verkehr. Am 1. Oktober 1942 wurden Bodenbach und Tetschen zur neuen Kreisstadt Tetschen-Bodenbach/Děčín-Podmokly vereinigt.

Nach Ende des 2. Weltkrieges übernahm am 8. Mai 1945 ein antifaschistischer Ausschuss von in der Stadt wohnhaften Deutschen und Tschechen das Rathaus.

Die deutschsprachige Bevölkerung wurde aus Tetschen-Bodenbach vertrieben.

Im Jahr 1947 wurde der einheitliche Stadtname Děčín eingeführt. Podmokly/Bodenbach ist heute der größte Stadtteil von Děčín. In der Nachkriegszeit hielt die bauliche Entwicklung der Stadt an. Vorhandene Anlagen wurden erweitert und weitere Industriebetriebe siedelten sich an. Viele Neubürger aus Mittelböhmen und -mähren, der Slowakei, sogenannte Repatrianten, und Roma wurden angesiedelt. Ende 1945 waren es schon fast 1 Million.

Im Jahr 2002 nahm in der Stadt Děčín die damals größte Geothermieanlage Europas ihren Betrieb auf. Die Anlage kostete knapp 17 Millionen Euro und versorgt einen Großteil der Stadt mit jährlich 78 GWh (Erd-)Wärme. Das Thermalwasser wird aus einer Quelle in 400 m Tiefe gewonnen.

Heute ist Děčín mit über 50.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt in der Region Ústì/Aussig und zugleich ein bedeutendes Wirtschafts- und Verwaltungszentrum sowie ein wichtiger Verkehrsknoten in Nordböhmen. Hochrangige Bahnverbindungen bestehen auf links- und rechtselbischer Seite. Der Ort verfügt auf beiden Seiten der Elbe über einen Rangierbahnhof. Děčín besitzt den wichtigsten Eisenbahngrenzübergang zwischen Deutschland und Tschechien. Auch heute ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

DSAP in Bodenbach

Es versteht sich fast von selbst, dass Bodenbach ein historisches Zentrum der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei (DSAP) war. Neben den bekannten Namen wie Richard und Almar Reitzner, Ernst Paul, Franz Kögler (Abgeordneter), Rudolf Storch (früheren DSAP-Ortsvorsitzenden von Bodenbach und Funktionärs des Arbeiter-, Turn- und Sportvereins (ATUS)), Ferry (Ferdinand) Schimmel (Funktionär der sozialistischen Jugendorganisation der DSAP, Organisator des Reichsjugendtages 1936 in Bodenbach) sowie Fritz Kessler (damalige Bodenbacher Bürgermeister) ist Bodenbach auch mit einer Reihe von sudetendeutschen sozialdemokratischen Organisationen und Einrichtungen verbunden: Hier fand sich die sozialdemokratische Parteischule und die sozialdemokratische Reiseorganisation Uro. Hier gründete sich u.a. der Arbeiter-Rad- und Kraftfahrerbund (ARuK) der Tschechoslowakei und nicht zu vergessen, hier herrschte die sozialdemokratische Tageszeitung "Nordböhmischer Volksbote" vor. Nicht zu vergessen die vielen Produktionsstätten, Lagerhäuser und Verwaltungsgebäude des genossenschaftlichen Großeinkaufs- und Produktionsverbands (GEC).

Thomas Oellermann führte in einem Themenspaziergang, unterstützt vom Bodenbacher Stadtrat und Archivar Otto Chmelík sowie dem Vorsitzenden der Sozialdemokratischen Partei (Socdem) Děčin, Jaroslav Horák, die Gruppe zu einigen der erhaltenen Gebäude aus dieser Zeit. Das Zentrum der Bodenbacher Sozialdemokratie war aber die Volkshalle, unweit des heutigen Tetschener Hauptbahnhofs und in Sichtweite der Synagoge, die von 1906 bis 1907 im Jugendstil kombiniert mit maurischen Bauformen errichtet wurde und als eine von wenigen in Nordböhmen den Zweiten Weltkrieg überstand. In der Volkshalle fanden Versammlungen der DSAP, von Gewerkschaften und Kulturverbänden statt. Hier tagte auch die Bodenbacher Vertretung des Arbeiter-Turn- und Sportverbandes ATUS. Heute ist in dem Haus ein erstklassiges Jugendzentrum untergebracht, das die Gruppe mit der Leiterin Světluše Hochwalderová besichtigen konnte.

Das Gebäude der ehemalige Arbeiterdruckerei Gärtner

Zu finden waren weiter die ehemalige Arbeiterdruckerei Gärtner, das ehemalige Zentralgebäude der Konsumgenossenschaft Bodenbach mit der Volksbuchhandlung des Genossen Kögler, der Redaktion des Nördböhmischen Volksboten und einem Konsumladen sowie die ehemaligen Immobilien der Wohnungsbaugenossenschaft Bodenbach, das Victor-Adler- und das Karl-Cermak-Haus.

Hier referierte Erika Kalkofen-Frahne zu Willi Hocke und zur Geschichte der Bodenbacher Arbeiterbewegung.

 

 

 
 

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