
Überbrachten die Glückwünsche der Seliger-Gemeinde und der SPD an die Jubilarin Olga Sippl (Mitte): Christa Naaß (li.), Mathilde Pollak (2.v.li.) Gregor Schneider (2. V.re) und Peter Becher (re.)
„Wahre Freundschaft soll nicht wanken.“
Die Ehrenvorsitzende und letztes lebendes Gründungsmitglied der Seliger-Gemeinde Olga Sippl feierte am 19. September in München ihren 105. Geburtstag. Zur kleinen Gratulantenschar gehörte ihr direktes Umfeld in der Seliger-Gemeinde in München. Peter Becher, der Vorsitzende des Adalbert-Stifter-Vereins mit familiärer Herkunft aus Karlsbad, wo Olga Sippl 1920 im angrenzenden Altrohlau geboren wurde, Gregor Schneider, der Ortsvereinsvorsitzende der SPD in dem Olga Sippl noch immer organisiert ist und der die besten Geburtstagswünsche vom SPD-Landtagsfraktionsvorsitzenden Holger Grießhammer und des vertriebenenpolitischen Sprechers Volkmar Halbleib überbrachte, und Mathilde Pollak, ihre Vertraute. Aus Franken war die Ko-Vorsitzende der Seliger-Gemeinde Christa Naaß extra angereist, um der Jubilarin einen kleinen, schön geschmückten Präsentkorb zu überreichen.
Sie trafen auf eine gut aufgelegte, ja sehr redselige und spitzbübische Olga Sippl, die doch erst vor zwei Tagen aus dem Krankenhaus entlassen worden war. Sie erzählte viel aus ihrer Kindheit, ihrem Elternhaus aber auch von Stationen ihres Lebens, die weniger schön waren, wie zum Beispiel, daß ihr Mann früh gefallenen war und ihr Sohn nur 43 Jahre alt wurde. Schließlich fand sie einige Worte zu sich selbst: „Dadurch, daß ich den Großteil meines Lebens immer formuliert und geschrieben habe, habe ich mir auch bis ins hohe Alter die Fähigkeit bewahrt, zu formulieren und mich zu erinnern.“ So war und ist sie noch immer ein Schatz für alle Mitglieder und Freunde der Seliger-Gemeinde, die über so vieles noch aus der Organisation der DSAP in den 1930er Jahren und darüber hinaus berichten konnte, auch daß sie im März 1938 bei der Wahl Wenzel Jakschs zum neuen Vorsitzenden der DSAP in Prag, wo sie damals einige Monate lebte, dabei war.
„Wahre Freundschaft soll nicht wanken.“ sagte sie öfters an diesem Nachmittag ihres Geburtstages. Es war als Dankeschön gemeint an die, die sie besucht hatten, aber auch im Hinblick darauf, daß sie alle grüßen sollten, die sich an sie erinnern. Ulrich Miksch