Foto: Szene aus „Ztracené domovy – Verlorene Heimaten“, Divadlo Feste, Prag, 28. Oktober 2026
Wenzel Jakschs Flucht 1939 – ohne seine Helfer wäre sie kaum gelungen
Ein Mann, eine Schreibmaschine, ein Lichtkegel. Diese eindrucksvolle Szene aus dem Theaterstück „Verlorene Heimaten“ in Prag erinnert an den Journalisten und Sozialdemokraten Wenzel Jaksch.
Seine abenteuerliche Flucht im März 1939 auf Skiern über die verschneiten Beskiden ist bekannt. Doch wer waren die Menschen, die ihm das Entkommen vor der Gestapo ermöglichten?
- Fritz Ludwig, ein Sozialdemokrat aus dem Riesengebirge, half bei der Planung. Er kannte die illegalen Grenzverbindungen nach Polen und begleitete Jaksch auf seinem Weg ins Exil.
- Kminek, ein sozialdemokratischer Gastgeber in den Beskiden, gewährte den Flüchtenden Unterschlupf und führte sie ein Stück ihres gefährlichen Weges.
- Weitere orts- und gebirgskundige Begleiter, darunter tschechische Grenzbeamte, halfen der Gruppe, die verschneiten Bergkämme zu überwinden. Ihre Namen sind bislang nur teilweise bekannt. Auch der mitflüchtende Lokführer Sacher gehörte zur Gruppe, deren Mitglieder sich trotz Erschöpfung und Verletzungen gegenseitig unterstützen mussten.
- Und schließlich Doreen Warriner, die britische Flüchtlingshelferin: Sie organisierte Ausreisemöglichkeiten und überbrachte Jaksch und seinen Begleitern nach dem Grenzübertritt in Polen die notwendigen persönlichen Dokumente.
Auch glückliche Umstände spielten eine Rolle. Doch entscheidend waren Vorbereitung, Mut und die Solidarität zahlreicher Menschen, die teilweise ihre eigene Freiheit riskierten.
Wenzel Jakschs Flucht ist deshalb auch die Geschichte seiner Helfer – Menschen, ohne die er vermutlich nie die Freiheit erreicht hätte.