Es gab auch eine Arbeiter-Winterolympiade 1925

Veröffentlicht am 25.07.2025 in Allgemein

Arbeiter-Winterolympiade 1925 - aus der Tschechoslowakei waren nur ATUS-Sportler dabei

Die (erste) Winter-Arbeiter-Olympiade1925 fand in Schreiberhau (heute: Szklarska Poręba) im schlesischen Riesengebirge vom 31. Jänner bis 2. Februar 1925 statt. Auch der Wintersport sollte bei der größten aller Arbeitersportfeste nicht zu kurz kommen und er wurde mit Ausnahme des Eislaufens und der Eisspiele in einer Mannigfaltigkeit durchgeführt, die sich sehen lassen konnte. Die „Schnee“konkurrenzen brachten auch schon eine kleine Vorahnung von der Leistungsfähigkeit des kleinen finnischen Bauern- und Arbeitervolkes. In allen Disziplinen, in denen sie mittaten, bildeten sie die Spitze der Siegerlisten.

Die Ortschaft Schreiberhau war wirtschaftlich hauptsächlich von Glas- beziehungsweise Tourismusindustrie geprägt. Die endgültige Entscheidung die AWO in Schreiberhau abzuhalten fiel im August 1924. Die Vorbereitungszeit war deshalb äußerst kurz. Die 1925 eröffnete Zackelfallbobbahn in Schreiberhau galt als die größte und schönste der Welt und wurde zum Vorbild für die olympische Bobbahn im amerikanischen Lake Placid.

Zu den Motiven und Auswahlkriterien bezüglich der Wahl des Gastgeberortes konnten keine näheren Informationen gefunden werden. Ein möglicher Grund die AWO in Schreiberhau abzuhalten, war die Nähe zu den Industriestandorten Böhmens und Schlesiens. Schreiberhau zählte jedenfalls nicht zu den mondänen Skiorten jener Zeit, hatte jedoch für die Größe der Veranstaltung entsprechende Infrastruktur und besaß Erfahrung in der Abhaltung sportlicher Wettkämpfe.

Zu den Teilnehmerländern gehörten: Deutschland, Österreich, Tschechoslowakei (ATUS) und Finnland. Die Finnen reisten früh – am 25. Jänner 1925 – ins Riesengebirge, um sich entsprechend vorzubereiten zu können. Außerdem waren Arbeitersportfunktionäre aus den Ländern Polen und Belgien vor Ort.

Insgesamt nahmen 128 SportlerInnen an der AWO in Schreiberhau teil, 112 Männer und 16 Frauen. Für die männliche Jugend – Männer unter 18 Jahre – wurde ein Skisprungwettbewerb, ein 6-km-Langlauf und ein Rodelwettkampf veranstaltet. Die weiblichen Jugendlichen durften im Rodelwettbewerb in einer eigenen Wertung starten.

Der Eröffnungstag der Winterspiele war Samstag der 31. Januar. Tauwetter ließ den vorhandenen Schnee schmelzen, was die VeranstalterInnen beinahe dazu veranlasste, die 10km-, 15 km- und 30-km Läufe in eine höhere Gebirgslage zu verlegen. Mit 30. Januar vollzog sich ein Wetterumsturz und es wurde bedeutend kälter, damit war auch die Abhaltung der Wettkämpfe gesichert.

Am ersten Tag fanden in drei Sälen die verschiedenen Begrüßungsabende statt, in denen der Bürgermeister von Schreiberhau, der Vorsitzende der Luzerner Arbeitersportinternationale, Genosse Bridoux (Belgien), dann Vertreter aus der Tschechoslowakei (ATUS), Polen und Österreich sprachen. Die erste Etappe des größten Arbeitersportfestes war durchaus würdig und weihevoll verlaufen. Der Auftakt war in einer Dimension gemacht, die in den Tagen von Frankfurt nur noch an Ausdehnung zunahm. Am letzten Tag fand gleichfalls eine Feier statt, in der in überaus herzlicher Weise Abschied genommen wurde.

Die Ergebnisse

In der Gesamtwertung standen am Ende hinter den Finnen und den Österreichern die ATUS-Sportlerinnen und Sportler aus der Tschechoslowakei (Aussig), die mit einem ersten und zwei zweiten sowie zwei dritten Plätzen glänzten.

Im Einzelnen erzielten die ATUS-Sportlerinnen und Sportler beachtliche Ergebnisse. So belegte Ernst Langhammer den 1. Platz im Hauptspringen, es folgten auf Platz 2 Rudolf Hönig und auf Platz 3 Richard Hönig, beide aus Dessendorf. Beim 6-km-Langlauf der Frauen belegte Irma Prade aus Gablonz den 3. Platz. Beim Rodeln der Frauen belegte Irma Strola aus Dessendorf den 2. Platz.

Besonders erfolgreich absolvierten die ATUS Sportlerinnen und Sportler die Jugendwettbewerbe. Beim 6-km-Langlauf erkämpfte Walter Neumann aus Polaun den 2. Platz und Ferdinand Halletz aus Gablonz den 3. Platz. Das Jugendspringen dominierten die AZUS-Jungen mit einem 1. Platz für 1. Platz für Ernst Krause aus Ober-Hohenelbe; einem 2. Platz für Walter Simm aus Dessendorf; einem 3. Platz für Walter Feix ebenfalls Dessendorf; einem 4 Platz für Ferdinand Hallertz aus Gablonz und einem 5. Platz für Adolf Hujer aus Polaun. Beim Rodeln der Männer unter 18 Jahre kam auf den 2. Platz Wilhelm Gebert aus Brand-Tannwald. Das Rodeln der Frauen unter 18 Jahre war mit einem 1. Platz für Adele Jakob aus Dessendorf, einem 2. Platz für Adele Enge ebenfalls Dessendorf und einem 3. Platz für Berta Neumann aus Brand-Tannwald sowie einem 4. Platz für Gertrud Weißebenfals Brand-Tannwald fest in ATUS-Hand.

 
 

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