Happy Birthday, USA!

Veröffentlicht am 04.07.2026 in Allgemein

.

.

250 Jahre USA

Auch für die sudetendeutsche Sozialdemokratie ein Festtag

 

Vor 250 Jahren wurden die Vereinigten Staaten von Amerika gegründet. Es entstand somit eine der ältesten Demokratien der Welt. Zudem eine Demokratie, die in den dunklen Jahren der Menschheit im 20. Jahrhundert Verantwortung übernahm und zum Beispiel einem großen Teil Europas nach der Zerschlagung der nationalsozialistischen Herrschaft Frieden und Freiheit brachte.

 

Und gerade in jenen Jahren des Zweiten Weltkrieges hat es die stärksten Verbindungen zur Geschichte der sudetendeutschen Sozialdemokratie gegeben. An diesem historischen Datum ist es aber geboten, diese gemeinsame Geschichte einmal in ihrer Gänze durchzudeklinieren. 

 

Die USA gewinnen bereits am Ende des 19. Jahrhunderts an Bedeutung für die deutschböhmische Arbeiterbewegung. Unter dem Druck der österreichischen Behörden bleibt einigen Pionieren der Sozialdemokratie nur die Emigration. Einige wenige gelangen hierbei in die USA. Der Wichtigste unter diesen war der legendäre Josef Schiller, der auf seinen Wanderungen durch Nordböhmen für die Ideen der Sozialdemokratie warb. 

 

Ein zahlenmäßig ungleich größeres Exil folgte nach dem Münchener Abkommen 1938. Die USA waren hierbei im Vergleich zu Großbritannien, Kanada und Schweden allerdings nur ein Nebenschauplatz. Nur eine kleinere Gruppe fand den Weg in die Staaten. Zu dieser zählte aber zum Beispiel der stellv. Präsident des tschechoslowakischen Abgeordnetenhauses und Generalsekretär der Deutschen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Siegfried Taub oder Maria Deutsch, die als Abgeordnete der Sozialdemokratie zu den ersten Frauen im tschechoslowakischen Parlament zählte. 

 

Aus dieser kleinen Gruppe konnten sich von daher auch nur wenige Personen für die US Army rekrutieren lassen. 

 

Vielmehr war es so, dass eine größere Gruppe sudetendeutscher Sozialdemokraten den Amerikanern auf dem Schlachtfeld entgegen trat. Hierbei muss differenziert werden. Es gab zehntausende sudetendeutsche Sozialdemokraten, die 1938 von den Nationalsozialisten in Konzentrationslager verschleppt wurden. Viele von diesen würden nach einigen Wochen bzw. Monaten wieder entlassen und dann oft direkt zur Wehrmacht eingezogen. Eine zweite Gruppe waren Sozialdemokraten, die nicht verhaftet worden waren, um dann regulär zur Wehrmacht eingezogen wurden. Darüber hinaus gab es Sudetendeutsche ohne Parteizugehörigkeit oder mit Mitgliedsbuch der NSDAP, die nach Krieg und Vertreibung in Westdeutschland den Weg in SPD u d Seliger-Gemeinde fanden. Eine ganze Reihe von diesen Personen standen als Soldaten der Wehrmacht amerikanischen Soldaten entgegen. Dementsprechend lassen sich dann auch zahlreiche Lebenswege nachzeichnen, in denen der Krieg mit der amerikanischen Kriegsgefangenschaft zu Ende ging. 

 

Es gab aber nicht nur Gefangenschaft. Es gab auch Befreiung. Viele sudetendeutsche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wurden von amerikanischen Truppen aus Konzentrationslagern und Gefängnissen befreit. Hierfür gebührt den amerikanischen Truppen bis heute unser aufrichtigster Dank. 

 

Da die Amerikaner aber auch die Vertreibung nach Kriegsende mittragen, gründete sich in den USA ein Komitee exilierter sudetendeutscher Sozialdemokraten und anderer Demokraten, um die amerikanische Öffentlichkeit zu informieren über die immensen Folgen von Vertreibung und Aussiedlung.

 

Eine kleinere Folge war, dass längst nicht alle sudetendeutsche Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten in Westdeutschland blieben. Einige zogen ihren bereits nach 1938 emigrierten Familien hinterher. Und so kam wieder eine kleinere Anzahl von Sozialdemokraten in die USA. In Westdeutschland wiederum fanden die sudetendeutschen Sozialdemokraten in der SPD eine neue Heimat. Nicht wenige von ihnen arbeiteten in den Diensten der amerikanischen Besatzungstruppen. 

 

250 Jahre USA sind auch viele Jahre einer von Amerikanern und sudetendeutschen Sozialdemokraten gemeinsam erlebten Geschichte, in der sich als Hauptlinie der Kampf für Demokratie und Freiheit nachzeichnen lässt. 

 

Diese gemeinsame Geschichte sollte Mahnung sein, da es heute vielerorts antidemokratische Tendenzen gibt. 

 

Happy Birthday, USA!

 

Thomas Oellermann 

 

 

P.S.: bald können Sie hier eine Studie zu 250 Jahren USA lesen

 
 

Homepage Seliger Gemeinde

Verdiente Persönlichkeiten

Gertl Sattler

Horst Krumpholz

Unser Bundesverband

 

Unser Landesverband

Die BRÜCKE - unsere Mitgliederinformation

Downloads

Ortsverein

Filmmaterial !

WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis

Besucherzähler

Besucher:2
Heute:171
Online:2