Herzlich willkommen bei der Seliger-Gemeinde e.V.

Gesinnungsgemeinschaft sudetendeutscher Sozialdemokraten


 

 

19.07.2026 in Topartikel Ortsverein

Besuch vom Landesvorstand

 

Stellv. Landesvorsitzender Harald Zahel zu Besuch in Waldkraiburg

V.l.n.r.: Gert Hilger (Vorstand-SG-Waldkraiburg/Stadtführer), Peter Schmid-Rannetsperger (Vorsitzender SG-Waldkraiburg), Karin Zahel, Harald Zahel (Stv. Landesvorsitzender SG-Bayern), Bernd Wegmann, (Co-Vorsitzender SG-Waldkraiburg/Stadtführer) Jürgen Zabelt (Vorstand SG-Waldkraiburg). Vorne im Bild: Zoe
 

 

 

18.09.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde

Herbstseminar 2026

 

Liebe Freundinnen und Freunde der Seliger-Gemeinde,

im Rahmen unserer Seminarreihe laden wir Euch herzlich zu unserem Herbstseminar 2026 unter dem Motto „75 Jahre Seliger-Gemeinde“ ein. Es konnten wieder eine Reihe von hochkarätigen Referent_innen gewonnen werden.

Die Unterbringung erfolgt wie gewohnt grundsätzlich in Doppelzimmern. Einzelzimmerwunsch kann nur im Rahmen der dortigen Möglichkeiten und mit entsprechendem Aufpreis berücksichtigt werden.

Das Seminar beginnt am Freitag, dem 16. Oktober um 18 Uhr mit einem gemeinsamen Abendessen. Die Veranstaltung endet am Sonntag, dem 18. Oktober mit einem gemeinsamen Mittagessen. Die Übernachtungen beinhalten immer ein Frühstück. Den genauen Ablauf- und Zeitplan erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit der Tagungsmappe.

Vorläufiger Seminarbeitrag:     

55,-- Euro für Teilnehmer aus Deutschland - plus ggf. Einzelzimmerzuschlag 15,-

30,-- Euro für Teilnehmer aus Tschechien - plus ggf. Einzelzimmerzuschlag 15,--

Natürlich werden wir auch in diesem Jahr wieder unsere Jubilare ehren und würden uns freuen alle Neumitglieder persönlich kennen lernen zu können.

Wir bitten um Anmeldung bis spätestens 05. Oktober 2026 an folgende Adresse: Seliger-Gemeinde e.V., Bundesgeschäftsstelle, Oberanger 38, 80331 München oder per E-Mail: info@seliger-gemeinde.de (formlos). Die Anmeldung ist verbindlich; es ergeht keine weitere Anmeldebestätigung, ausgenommen dies wird bei Berufstätigen vom Arbeitgeber verlangt.

 

Mit freundschaftlichen Grüßen

                                              Christa Naaß und Helena Päßler                                       Dr. Thomas Oellermann

                                                      Bundesvorsitzende                                                  Seminarleiter, Präsidiumsmitglied

 

17.09.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde

Ausstellung "Böhmen liegt nicht am Meer"

 

„Böhmen liegt nicht am Meer“ – Ausstellung in Bonn eröffnet

Mit großem Interesse ist am 15. September im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn die Ausstellung „Böhmen liegt nicht am Meer – Lebenswege sudetendeutscher Sozialdemokraten“ eröffnet worden. Gezeigt wird sie bis zum 12. Oktober in der Stresemann-Galerie des Bildungszentrums – in Kooperation mit der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Seliger-Gemeinde.

 

15.09.2026 in Allgemein von Seliger Gemeinde

Sommerreise 2026 - Vor 90 Jahren: Spanischer Bürgerkrieg

 

Von Brünn nach Valencia

Julius Deutsch, Karl Kern und das sozialdemokratische Netzwerk in Spanien

Julius Deutsch gehört zu den wichtigsten Verbindungspersonen zwischen der österreichischen Sozialdemokratie im Exil, der demokratischen Tschechoslowakei und dem Kampf für die Spanische Republik.

Nach der Niederlage des österreichischen Schutzbundes im Februar 1934 floh Deutsch in die Tschechoslowakei. In Brünn wirkte er gemeinsam mit Otto Bauer am Aufbau des Auslandsbüros der österreichischen Sozialdemokraten mit. Die Stadt wurde damit zu einem Zentrum der österreichischen Arbeiterbewegung im Exil.

Dieses Brünner Netzwerk stand in engem räumlichen und politischen Zusammenhang mit der DSAP, der deutschen Sozialdemokratie in der Tschechoslowakei, und mit den internationalen sozialistischen Organisationen in Prag. Die Tschechoslowakei war in diesen Jahren ein wichtiger Treffpunkt österreichischer, deutscher, sudetendeutscher und tschechischer Sozialdemokraten.

1936 ging Julius Deutsch nach Spanien. Dort stellte er seine politische und militärische Erfahrung in den Dienst der Republik und war zeitweise in Valencia tätig. Auch von Spanien aus blieb er mit dem sozialdemokratischen Exilnetzwerk in Brünn verbunden.

Zugleich bemühte sich Deutsch, die verstreut eingesetzten deutschen und österreichischen Sozialdemokraten in Spanien miteinander in Kontakt zu bringen. Aus diesen Ansätzen entstand die „Grupo de Socialistas Alemanes y Austríacos Unidos en España“,die Gruppe vereinigter deutscher und österreichischer Sozialisten in Spanien.

Die „Grupo“ war keine militärische Einheit. Sie sollte vielmehr Sozialdemokraten zusammenführen, die in verschiedenen Verbänden der republikanischen Streitkräfte und der Internationalen Brigaden kämpften. In deren kommunistisch geprägten Strukturen wollten sie ihre eigene politische Identität und ihre Verbindung zur internationalen Sozialdemokratie bewahren.

Julius Deutsch wurde dabei zu einer wichtigen Bezugsperson. Er trat für den gemeinsamen Kampf gegen Franco, Hitler und Mussolini ein, ohne die Eigenständigkeit der sozialdemokratischen Bewegung aufzugeben.

In diesen Zusammenhang gehört auch seine Begegnung mit Karl Kern.

Kern, Funktionär der sudetendeutschen sozialistischen Jugend und Redakteur des Prager „Sozialdemokrat“, hielt sich im Sommer 1937 mit einer Delegation der Sozialistischen Jugendinternationale in Spanien auf. In Valencia traf er Julius Deutsch.

Damit begegneten sich zwei Vertreter desselben grenzüberschreitenden sozialdemokratischen Netzwerks: Deutsch, dessen Weg über das Brünner Exil nach Spanien geführt hatte, und Kern, der aus dem politischen Umfeld der DSAP und der internationalen sozialistischen Jugend kam.

Ob beide ausdrücklich über die „Grupo“ sprachen, ist bislang nicht nachgewiesen. Die Begegnung fand jedoch genau in jener Phase statt, in der Deutsch versuchte, die deutschsprachigen sozialdemokratischen Kräfte in Spanien politisch zu verbinden.

Sie zeigt, dass die Unterstützung der Spanischen Republik Teil eines größeren sozialdemokratischen Netzwerks war, das von Wien über Brünn und Prag bis nach Valencia reichte. Karl Kerns Kontakt zu Julius Deutsch stellt dabei eine unmittelbare Verbindung zwischen der sudetendeutschen Sozialdemokratie und diesem internationalen Zusammenhang her.

Die Geschichte der „Grupo“ erweitert damit den Blick auf den Spanischen Bürgerkrieg: Nicht nur Kommunisten, sondern auch Sozialdemokraten kämpften für die Republik – gemeinsam gegen den Faschismus, aber mit dem Anspruch, politisch eigenständig zu bleiben.

 

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